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  • Foto: Maren Siebert-Meyer zu Hage
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Reisebericht Bayreuth

Wenn Philharmonische Freunde auf Reisen gehen…

Gut gelaunt starteten wir Freunde des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg am Mittwoch, 26.9.2018, zu unserer ersten Studienreise gen Bayreuth. Empfangen wurden wir zunächst in Mittelfranken von Richard Eckstein, der als Studiosus-Reiseleiter die nächsten Tage an unserer Seite war. Und gleich durften wir die erste fränkische Spezialität probieren: die köstliche Nürnberger Stadtwurst. Mit dem Regionalzug ging's anschließend nach Oberfranken weiter. Gut gestärkt spazierten wir abends in Bayreuth über den Roten Main und ließen die wunderschöne Altstadt mit dem Alten und Neuen Schloss auf uns wirken. Richard Wagner in Dirigentenposition begleitete uns überall. Von Ferne konnten wir einen ersten Blick auf das Festspielhaus, die „Scheune", erhaschen.

Am nächsten Tag tauchten wir ein in die Welt der Friedrichs und der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, der Lieblingsschwester Friedrichs des Großen. Wilhelmine, die nur 49 Jahre alt wurde, war eine der außer-gewöhnlichsten Frauen des 18. Jahrhunderts: eine großartige Architektin und Designerin.

Drei ihrer Landschlösser – die Eremitage, Fantaisie und Sanspareil – wollten wir besichtigen. Bei blitzblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein ließen wir uns mit dem Bus durch die oberfränkische Landschaft fahren – durch farbenfrohe Wiesen, Felder und Wälder. In der Eremitage mit Sonnenpalast (=Neues Schloss) und Altem Schloss, wohin wir durch eine großzügig angelegte Parklandschaft mit traditionell barocken Hecken und Laubengängen spazierten, ließen wir uns von den Wasserspielen in den Grotten und dem Open-Air-Ruinentheater verzaubern und erfuhren dabei so manch interessantes Detail mit „Gamaschenknopfgenauigkeit" aus dem Leben der Markgräfin, über ihre Familie, ihre Leidenschaften, ihre Begabung.

Im Morgenländischen Bau in Sanspareil konnten wir die Räumlichkeiten bestaunen, die den Festlichkeiten des Bayreuther Hofes dienten. Leider nicht das Felsentheater im nahe gelegenen Buchenhain. „Friederike", der letzte Sturm im Fichtelgebirge, hatte den Weg dorthin versperrt.
Musikalisch und künstlerisch hochbegabt wollte Wilhelmine, die gebürtige preußische Prinzessin, Bayreuth zum zweiten Potsdam machen. Sie ließ nach ihren Wünschen das bezaubernd schöne Neue Schloss mit Palmenzimmer und Spiegelscherbenkabinett als Stadtresidenz sowie das barocke Hoftheater, das Markgräfliche Opernhaus, errichten – inzwischen Weltkulturerbe.

Mit dem Wissen, dass Schäufele „a weng" satt machen und dass Regensburg die Landeshauptstadt des bayerischen Regierungsbezirks Oberpfalz ist, nahmen wir wehmütig Abschied von den beiden Richards. Und freuen uns auf die nächsten Begegnungen!

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